BLICK
Der BLICK ist für Seppli seit Jahrzehnten eine Quelle für Humor (nicht immer ganz ungewollt von den Urhebern) und Wut über die Art und Weise wie das Publikum an der Nase herumgeführt wird. Der Begriff ‘Volksverdummung’ ist in diesem Zusammenhang gebraucht worden.
In meinen Augen geht das Problem BLICK jedoch viel tiefer als Volkserheiterung, der endlose Kampf gegen den Dativ oder etwas Xenophobie. Besorgnis erregt der unterschwellige Rassismus, das Bedienen von billigen Klischees, politische Polarisierung, schlecht oder gar nicht recherchierte Artikel (Single-Source Journalismus), und schlussendlich die Doppelmoral, die an sich kein Problem ist, wenn man den Rassismus weglässt. Doch Rassismus, auch unterschwelliger, darf nicht toleriert werden!
Frank A. Meyer, die dunkelgraue Eminenz vor dem Brandenburger Tor, pontifiziert aus Berlin. Er, der ‘ungeplant’ einmal 19 Stimmen bei einer Bundesratswahl erhielt, er, der IT-Boy des Schweizer Boulevard-Journalismus, der Kardashian des BLICK sozusagen (oberflächlich und fast sinnbefreit), Professor Meyer (HSG St.Gallen) versucht diesem Tabloid moralisches und politisches Gewicht einzuhauchen (er ist immerhin der ‘Chefkolumnist’, einhauchen ist Chefsache).
Mit Meyer als Vordenker versucht der BLICK krampfhaft, zu einer linksliberalen Meinung zurückzukehren (nach dem rechtspopulistischen Ausflug in den Achtzigerjahren). Leider ist der Stammtisch auf dem Dorf und der klassische Büezer (und ich rede hier nicht vom unsäglichen, VW-gesponserten Gölä) heutzutage eher reaktionär und der SVP zugeneigt.
